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medienproduktion:vorbereitung_einer_videoproduktion [2021/06/09 15:37]
Thomas Brinck
medienproduktion:vorbereitung_einer_videoproduktion [2023/10/31 08:46] (aktuell)
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 {{:​medienproduktion:​kelly-sikkema-v9fqr4tbiq8-unsplash.jpg?​nolink&​800|thn_mediasharing-webinar2.jpg}} {{:​medienproduktion:​kelly-sikkema-v9fqr4tbiq8-unsplash.jpg?​nolink&​800|thn_mediasharing-webinar2.jpg}}
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 +Artikel-Serie:​ **Lehrvideos erstellen** \\ 
 +<btn type="​default">​[[medienproduktion:​lehrvideoproduktion|Überblick]]</​btn> ​
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 +<btn type="​default">​[[medienproduktion:​plattformen|Videos teilen]]</​btn>​
  
 ===== Einleitung ===== ===== Einleitung =====
  
-Ein gutes Lehrvideo lässt sich natürlich ​nicht aus dem Stegreif erstellen. Auf dieser Seite finden sich Tipps zur erfolgreichen Vorbereitung eines Lehrvideos.+Ein gutes Lehrvideo lässt sich nicht aus dem Stegreif erstellen. Auf dieser Seite finden sich Tipps zur erfolgreichen Vorbereitung eines Lehrvideos.
  
-Anleitungen und Tutorials können als Video schnell und einfach konsumiert werden. Sie sind zugänglich und haben einen hohen Wiederholungswert, wenn eine Thematik nicht verstanden wurde.+Anleitungen und Tutorials können als Video schnell und einfach konsumiert werden. Sie sind zugänglich und haben einen hohen Wiederholungswert.
  
-Für ein gutes Video gibt es ein paar Regeln.+Für ein gutes Video gibt es ein paar Tipps:
  
-  * Ein interessantes Video hat einen dramaturgischen Spannungsbogen. Dies funktioniert auch in Lehrvideos.+  * Ein interessantes Video hat einen dramaturgischen Spannungsbogen. ​
   * Kurz und knapp. Das KISS-Prinzip (Keep It Short and Simple) gilt besonders im Videoformat. Die Aufmerksamkeitsspanne nimmt bei Videos mit zunehmender Dauer ab.   * Kurz und knapp. Das KISS-Prinzip (Keep It Short and Simple) gilt besonders im Videoformat. Die Aufmerksamkeitsspanne nimmt bei Videos mit zunehmender Dauer ab.
   * Gestaltung lohnt sich. Optisch ansprechende Videos fördern die Aufmerksamkeit und den Wiederholungswert.   * Gestaltung lohnt sich. Optisch ansprechende Videos fördern die Aufmerksamkeit und den Wiederholungswert.
   * Persönlich vor der Kamera aufzutreten schafft Sympathie und fördert so die Bereitschaft der Zuschauer zuzuhören.   * Persönlich vor der Kamera aufzutreten schafft Sympathie und fördert so die Bereitschaft der Zuschauer zuzuhören.
   * Verbinden Sie verschiedene Darstellungs- und Gestaltungselemente. Abwechslung steigert das Interesse am Inhalt.   * Verbinden Sie verschiedene Darstellungs- und Gestaltungselemente. Abwechslung steigert das Interesse am Inhalt.
-  * Schaffen Sie einen Bezug zum Alltag. Auch wenn die Inhalte spezialisiertes Wissen beinhalten, so lässt dieser sich mit einem praktischen Beispiel und/​oder ​einen Bezug besser merken. Schaffen Sie so eine emotionale Verbindung zum Thema. +  * Schaffen Sie einen Bezug zum Alltag. Auch wenn die Inhalte spezialisiertes Wissen beinhalten, so lässt dieser sich mit einem praktischen Beispiel und/​oder ​einem Bezug besser merken. Schaffen Sie so eine emotionale Verbindung zum Thema. 
-  * Zuerst in die Breite, dann in die Tiefe: Videos eignen sich sehr gut, um ein Grundlagenwissen aufzubauen und in die Breite zu streuen+  * Zuerst in die Breite, dann in die Tiefe: Videos eignen sich sehr gut, um ein Grundlagenwissen aufzubauen und in die Breite zu streuen.
  
 ===== Vorüberlegungen ===== ===== Vorüberlegungen =====
  
-Im besten Fall steht ein Lehrvideo im Kontext eines übergreifenden didaktischen Konzepts. Auch wenn es Sinn machen kann ein Video zum Selbstzweck zu produzieren,​ etwa um Studierende durch Abwechslung zu motivieren, so ist es doch vorrangig ein Werkzeug - ein Medium - zur Informationsvermittlung.+Im besten Fall steht ein Lehrvideo ​**im Kontext eines übergreifenden didaktischen Konzepts**. Auch wenn es Sinn machen kann ein Video zum Selbstzweck zu produzieren,​ etwa um Studierende durch Abwechslung zu motivieren, so ist es doch vorrangig ein Werkzeug - ein Medium - zur Informationsvermittlung.
  
 Zu Beginn sollte also festgestellt werden, welches konkrete (Lern-) Ziel mit dem Video erreicht werden soll. Im Einklang damit steht die Zielgruppe. Fragen Sie sich:  Zu Beginn sollte also festgestellt werden, welches konkrete (Lern-) Ziel mit dem Video erreicht werden soll. Im Einklang damit steht die Zielgruppe. Fragen Sie sich: 
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 In den folgenden Abschnitten werden die für die Lehrvideoproduktion relevanten Materialien vorgestellt. In den folgenden Abschnitten werden die für die Lehrvideoproduktion relevanten Materialien vorgestellt.
  
-==== Drehbuch ​und Skript ====+=== Drehbuch ===
  
 Im Filmbereich bezeichnet ein Drehbuch eine Niederschrift der Filmhandlung und Dialoge, formatiert nach standartisierten Regeln (etwa die Aufteilung in Szenen). Alle am Film beteiligten Gewerke nutzen das Drehbuch als Basis für die Arbeit am Film - es ist eine Blaupause der Geschichte des Films. ​ Im Filmbereich bezeichnet ein Drehbuch eine Niederschrift der Filmhandlung und Dialoge, formatiert nach standartisierten Regeln (etwa die Aufteilung in Szenen). Alle am Film beteiligten Gewerke nutzen das Drehbuch als Basis für die Arbeit am Film - es ist eine Blaupause der Geschichte des Films. ​
  
 Im Zusammenhang mit Lehrvideos sollten in einem Drehbuch alle für das Video relevanten Inhalte in Textform festgehalten werden. Es ist sinnvoll auch den Sprechertext in Fließtext hierin festzuhalten. Im Zusammenhang mit Lehrvideos sollten in einem Drehbuch alle für das Video relevanten Inhalte in Textform festgehalten werden. Es ist sinnvoll auch den Sprechertext in Fließtext hierin festzuhalten.
 +
 +=== Skript ===
  
 Das Skript bezeichnet in diesem Fall eine in Stichpunkten zusammengefasste Version des Drehbuchs. Es erleichtert den Überblick und ist dadurch häufig das besser geeignete Arbeitsdokument für den Tag der Aufzeichnung. Im Skript wird häufig auch die gewählte Darstellungsform für die jeweiligen Inhalte notiert. Das Skript bezeichnet in diesem Fall eine in Stichpunkten zusammengefasste Version des Drehbuchs. Es erleichtert den Überblick und ist dadurch häufig das besser geeignete Arbeitsdokument für den Tag der Aufzeichnung. Im Skript wird häufig auch die gewählte Darstellungsform für die jeweiligen Inhalte notiert.
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 <callout type="​tip"​ icon="​true">​Aber:​ Lernen Sie den Text nicht auswendig, außer es liegt Ihnen. Freies sprechen wirkt sympathischer und authentischer. Sobald Inhalte auswendig gelernt oder abgelesen werden, verliert der Betrachter schneller das Interesse.</​callout>​ <callout type="​tip"​ icon="​true">​Aber:​ Lernen Sie den Text nicht auswendig, außer es liegt Ihnen. Freies sprechen wirkt sympathischer und authentischer. Sobald Inhalte auswendig gelernt oder abgelesen werden, verliert der Betrachter schneller das Interesse.</​callout>​
  
-==== Gestaltungskonzept ​====+=== Gestaltungskonzept ===
  
 Die Inhalte sollen möglichst passend und plastisch dargestellt werden. Dafür eignen sich viele Gestaltungselemente und Videoformen. Die Inhalte sollen möglichst passend und plastisch dargestellt werden. Dafür eignen sich viele Gestaltungselemente und Videoformen.
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   * Screencast   * Screencast
   * Aufzeichnung einer Vorlesung und möglicher Zusammenschnitt   * Aufzeichnung einer Vorlesung und möglicher Zusammenschnitt
-  * Legevideo+  * Schiebe-Lege-Technik
   * Trickfilmtechnik   * Trickfilmtechnik
   * Informelles Motion Design   * Informelles Motion Design
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   * Vlog (eignet sich für unterwegs: z.B. architektonische Themen direkt auf einer Baustelle)   * Vlog (eignet sich für unterwegs: z.B. architektonische Themen direkt auf einer Baustelle)
  
-==== IIProduktion ====+Auch vergleichsweise einfache Gestaltungselemente können sich lohnen. Eine schön gestaltete Folie mit einer Inhaltsübersicht des Videos, oder Titelgrafiken für Unterkapitel,​ erhöhen als visueller Reiz das Interesse (oder die Vorfreude) am darauffolgenden Inhalt.
  
-Sie Zeichnen auf. Alles was "im Kasten"​ ist, nennt sich Rohmaterial. Zeichnen Sie, nach Möglichkeit,​ ruhig öfter auf. So können Sie hinterher die beste Aufnahme nehmen. Bei der Darstellung von z.B. einem Versuch sind auch verschiedene Blickwinkel (wörtlich) interessant.+=== Eine Beispielstruktur ===
  
-__Wichtig:​__ ​ Nehmen Sie nicht alles am Stück auf!+Eine gute Grundstruktur für ein Lehrvideo ist die klassische Dreiteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss. ​
  
-Sehen Sie sich das obere Beispiel eines Drehbuchs noch einmal an. Jede Tabellenzeile stellt einen eigenständigen Videoabschnitt dar. In kürzeren ​Videos ​passieren weniger Fehler, so können Sie effizient Stück für Stück Ihr Video zusammensetzenIn der Postproduktion ​(beim Schnittkönnen Sie alles neu arrangieren. Fassen Sie vor allem logistisch schwierige Sachen zusammen, und arbeiten diese der Reihe nach ab.+In der **Einleitung** wird ein kurzer Überblick über die Inhalte des Videos ​verschafftIdealerweise wird hier sogar der Zeitpunkt jedes Abschnitts im Video angegeben ​(auch Timecode genanntum dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben bei erneutem ansehen gezielt Lektionen zu wiederholen
  
-→ [[:medienproduktion:​lehrvideos_drehen|Lehrvideos drehen]]+Im **Hauptteil** werden die Inhalte des Videos behandelt. Je nach Komplexität des Themas lohnt sich ein eigenes Video für jeden Teilbereich.  
 + 
 +Im **Schlussteil** werden die wichtigsten Lernfortschritte nochmals zusammengefasst. Gegebenenfalls beinhaltet der Schlussteil einen Ausblick auf weitere Lerneinheiten,​ oder Verweise auf weiterführende Quellen oder Materialien. 
 + 
 +Diese Struktur lässt sich natürlich auch auf eine Videoreihe erweitern. Das erste Video fungiert dann als Einführung ins Thema und gibt Ausblick auf die Lerneinheiten der jeweiligen Videos. Das letzte Video dient dann als Zusammenfassung. Bei besonders langen Reihen, sollten die Lernfortschritte zwischendrin nochmals zusammengefasst werden. 
 + 
 + 
 +==== II. Produktion ==== 
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 +In der Produktionsphase,​ auch "​Dreh"​ genannt, wird das geplante Material aufgezeichnet.  
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 +Sehen Sie sich das obere Beispiel eines Drehbuchs noch einmal an. Jede Tabellenzeile stellt einen eigenständigen Videoabschnitt dar. Kürzere Abschnitte sind leichter zu produzieren,​ so kann das Video effizient Stück für Stück zusammengesetzt werden. In der Postproduktion (dem Schnitt) kann alles neu arrangiert werden. 
 + 
 +→ [[medienproduktion:​videos_aufzeichnen|Die Seite "​Videos aufzeichnen"​ beschäftigt sich ausführlicher mit dem Videodreh.]]
  
 → [[https://​elearning.ohmportal.de/​login/​index.php|Moodle-Kurs "​Lehrvideoproduktion"​]] → [[https://​elearning.ohmportal.de/​login/​index.php|Moodle-Kurs "​Lehrvideoproduktion"​]]
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 ==== III. Postproduktion ==== ==== III. Postproduktion ====
  
-Erst mit dem Schnitt lebt ein Film. Hier kann der dramaturgische Spannungsbogen gesetzt werden. Fast jede Szene kann gekürzt werden ​und lassen Sie alles weg, was nicht gut ist. Trauen Sie sich, etwas wegzulassen. Nicht chronologisch aufgenommene Szenen können hier wieder zu einem logischen Ablauf zusammengefügt werden.+In der Postproduktion,​ wird das gedrehte Material (auch Rohmaterial genannt) zu einem kohärenten Video zusammengeführt. Hier können die inhaltliche Struktur festgelegt, Szenen ​gekürzt ​und Fehler behoben ​werden. Nicht chronologisch aufgenommene Szenen können hier wieder zu einem logischen Ablauf zusammengefügt werden.
  
-Für den Schnitt eignen sich verschiedene Programme wie Adobe Premiere oder Camtasia. Reine Aufzeichnungstools ​wie OBS enthalten keine Möglichkeit der Postproduktion.+Für den Schnitt eignen sich verschiedene Programme wie Adobe Premiere oder Camtasia. Reine Aufzeichnungsprogramme ​wie OBS enthalten keine Möglichkeit der Postproduktion.
  
-Die Postproduktion,​ auch Nachbearbeitung oder Schnitt, ist die letzte Phase der Videoproduktion. Weitere Informationen und Tutorials zu den Prinzipien des Schnitts und der dazugehörigen Software finden Sie auf der Seite [[:medienproduktion:​videos_bearbeiten|Videos bearbeiten]].+Die Postproduktion,​ auch Nachbearbeitung oder Schnitt, ist die letzte Phase der Videoproduktion. Weitere Informationen und Tutorials zu den Prinzipien des Schnitts und der dazugehörigen Software finden Sie auf der Seite [[medienproduktion:​videos_bearbeiten|Videos bearbeiten]].
  
 ==== IV. Bereitstellung ==== ==== IV. Bereitstellung ====
  
-In Schnittprogrammen werden die Filme am Ende in eine fertige Videodatei gerendert. Bewährt hat sich der h.264 Codec als Standard. Dieser ​wird auch für eine mögliche Distribution online von den meisten Videoplattformen akzeptiert. +Nachdem ​der Film fertig bearbeitet wurde, ​wird dieser ​den Zuschauern zugänglich gemachtDamit das Video außerhalb des Schnittprogramms angesehen werden kann, wird es aus dem Programm exportiertDieser Vorgang wird "​rendern"​ genannt. Mehr Informationen ​zu geeigneten Videoformaten ​und Dateigrößen sind auf den folgenden Seiten hinterlegt:
- +
-Achten Sie darauf, dass sie das Video in HD Aufzeichnen und auch in dieser Auflösung (1920×1080) ausspielenKleinere Auflösungen werden als schwer ​zu erkennen wahrgenommen ​und sinken damit fast automatisch in der Attraktivität.+
  
-→ [[:medienproduktion:​videos_komprimieren|Videos komprimieren (für THN Mediasharing oder andere Plattformen)]]+→ [[medienproduktion:​videos_komprimieren|Videos komprimieren (für THN Mediasharing oder andere Plattformen)]]
  
-→ [[:medienproduktion:​plattformen|Lehrmaterialien hochladen und Teilen auf den Plattformen der TH Nürnberg]]+→ [[medienproduktion:​plattformen|Lehrmaterialien hochladen und Teilen auf den Plattformen der TH Nürnberg]]
  
  
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 ===== Siehe auch ===== ===== Siehe auch =====
  
-{{topic>​[Videoproduktion]}}{{tag>​Videoproduktion Video Vorbereitung }}+{{topic>​[Videoproduktion]}}{{tag>​Medienproduktion ​Videoproduktion Video Vorbereitung}}
  
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  • medienproduktion/vorbereitung_einer_videoproduktion.1623245821.txt.gz
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  • von Thomas Brinck